Verborgene Räume im Untergrund der Stadt, urbane «Eingeweide», gedämpftes Licht. Stadt und Körper überlagern sich in dieser Performance und öffnen neue Erfahrungsräume für das Publikum.
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Credits
Konzeption | Performance Angelika Ächter, Jeanette Engler, Gisa Frank, Anna Huber, Tina Mantel, Angela Stöcklin, Katharina Vogel, Ivan Wolfe
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Über
Das Kollektiv dance me to the end besteht aus acht professionellen Tanzschaffenden zwischen 59 und 69 Jahren mit unterschiedlichen tanzästhetischen Praktiken und Hintergründen. Was sie eint ist eine grosse Neugierde, offene Forschungshaltung sowie Risikobereitschaft trotz und dank unseres langjährigen Erfahrungswissens. Mit ihrer künstlerischen Arbeit hinterfragen sie vorherrschende Körper- und Tanzkonzepte, suchen nach Anwendungen von Tanzmethoden in Wirtschaft und Forschung, ermöglichen einen generationenübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustausch und stehen für ein Empowerment für das Alter(n) im Tanz.
Angelika Ächter (*1962) in Bayern aufgewachsen. Pädagogikstudium, ‘Elementare Musik- und Tanzerziehung’. Ausbildung in Neuem Tanz beibewegungs-art freiburg, Weiterbildung in Improvisation/Technik, Action Theater, Choreografie, MAS in TanzKultur, Universität Bern. In Freiburg choreografierte sie 9 Jahre lang für ihr eigenes Ensemble, in Zürich war sie 2004-2012 Co-Kuratorin der experimentellen Plattform DAtanzDA, 2006 erhält sie in ZH einen Anerkennungspreis für Tanz, war 10 Jahre Dozentin an der Höheren Fachschule für Zeitgenössischen & Urbanen Bühnentanz sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Schweizer Archiv der Darstellenden Künste. Seit 2015 choreografiert sie Stücke und entwickelte ein Site Specific Format mit für Menschen ü60 für den Verein Tanztheater Dritter Frühling.
Jeanette Engler (*1957) in Solothurn geboren und aufgewachsen. Ausbildung in Tanz und Gymnastik bei Ulla Kasics (Chladek-Systen, Palucca- und Grahamtechnik, u.a.m.) Weiterbildung bei Fumi Matsuda, Eileen Nemeth. Stipendium Weiterbildung New York: Movement Research: Contact-Improvisation, Komposition, Skinner Releasing. Tai Chi Chuan und Ki-Aikido. Regelmässige Aufenthalte in N.Y., Mitglied der Susan Rethorst Company 1992/93. Erarbeitung von meist Solostücken, Aufführungen in NY und in der Schweiz. Weiterbildung in Body-Mind Centering® mit Bonnie Bainbridge Cohen, Massachussetts USA. Heute pädagogisch und therapeutisch tätig mit BMC® und Tanzimprovisation. Osteopathie und Somatic Experiencing.
Gisa Frank (*1960) in Süddeutschland und am Bodensee im Thurgau aufgewachsen, wohnhaft im Appenzellerland, verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Ausbildung an der Leeder School of Dance in Herisau und am CHOREO-Lehrgang im Toggenburg mit Abschluss beim SBTG. Weiterbildung in Laban/Leeder-Technik, Contact- Improvisation, Release- Techniken und Butho. Ausbildung in Qi Gong und Tai, Ji. Intensivweiterbildungen in Stimm- und Rhythmusarbeit. In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit dem kreativen Denk-, Spür- und Bewegungsmaterial von grösseren Ad- hoc-Truppen aus Tanz-, Theater-, Musikschaffenden und AmateurInnen. In Co-Kreation entstehen Performances in der Landschaft, Projekte im Kunstraum und für die Bühne. Ich initiierte über Jahre Kultur- und Tanzförderprojekte und setzte mich kulturpolitisch für den Tanz ein – u.a. Präsidentin der ig-tanz ost, Konzept und Leitung des «TanzPlan-Ost».Freiberuflich und an Institutionen unterrichte ich Menschen allen Alters und Herkunft in Tanz/Bewegungskunst und Musik.
Anna Huber (*1965) erforscht Bewegung als komplexe, differenzierte Ausdrucksform in stetiger Transformation an der Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst und in fruchtbarer Reibung zwischen Abstraktion und Emotion. 1989 bis 2008 lebte und arbeitete sie in Berlin, wo sie seit 1995 zahlreiche Soli, Duos, Gruppenstücke sowie architekturspezifische Projekte kreiert, mit denen sie international tourt. Mit ihren Bühnenstücken, transdisziplinären und raumspezifischen Projekten und Improvisationen mit Musiker*innen entwickelt sie eine eigenständige künstlerische Handschrift, die in ihrer Präzision, Komplexität und Präsenz ebenso intensive wie fragile Momente der Wahrnehmung schafft. Ihre Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen (u.a. Hans Reinhart- Ring 2002, Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2010), Residenzen und Stipendien ausgezeichnet (u.a. Atelierstipendium London der Kulturstiftung Landis & Gyr 2005, Atelierstipendium New York City der Stadt Bern 2014). Sie arbeitet international als Dozentin und Mentorin an Universitäten und Hochschulen (u.a. Valeska-Gert Gastprofessur für Tanz und Performance Freie Universität Berlin).
Tina Mantel (*1960) ist seit den 1980er Jahren als freiberufliche Choreographin, Tänzerin und Pädagogin tätig. Ausgebildet in den USA (BFA Juilliard School, New York) bilden der amerikanische Modern Dance und Post Modern Dance ihre tänzerischen Grundlagen. Ihre Projekte wurden in der Schweiz, dem umliegenden Ausland sowie in New York und Los Angeles gezeigt. Von 1998-2010 war sie Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste für Tanz, Choreografie und Tanzgeschichte, zuletzt auch Co-Leiterin des DAS „Zeitgenössischer Tanz“. Sie ist künstlerische Leiterin des Vereins Tanzmehr und leitet seit 2012 die Gruppe „manntanzt. 2013 erlangte sie den MA in Tanzwissenschaft an der Universität Bern. Sie lancierte das erste Community Dance Festival der Schweiz: „Tanzmehr Bühne mit*ein*ander*e Tanzfestival“ im Kulturmarkt Zürich, das 2023 zum zweiten Mal stattfindet. Sie engagiert sich tanzpolitisch im Vorstand der TanzLOBBY IG Tanz Zürich (bis 2024), beim Netzwerk Tanzvermittlung CH und arbeitet Teilzeit in der Zentrale der Brücki 235. Tinas Arbeiten wurden von Stadt und Kanton Zürich, dem Bundesamt für Kultur sowie zahlreichen privaten Stiftungen gefördert. 1990 wurde sie mit dem Tanzwerkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet. Tina ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.
Angela Stöcklin (*1963) ist im Iran und in Nepal aufgewachsen und kam über Musik und Bildende Kunst zum Tanz. Sie hatte zahlreiche Engagements in der Schweiz, Deutschland und Belgien und kreiert eigene Arbeiten. Darin untersucht sie unterschiedliche Facetten von Kommunikation, Interaktion und Wahrnehmung, auch im interdisziplinären und interkulturellen Kontext. Festgelegte Komposition, die eine spezifische Form als Notwendigkeit eines Prozesses herausschält, und auch die im Moment re/agierende Instant Composition sind Bestandteil ihrer Interessen und Arbeitsweisen.
Katharina Vogel (*1962) absolvierte eine Ausbildung zur Hochbauzeichnerin, bevor sie eine Ausbildung in klassischem und modernem Tanz an der Rotterdamer Tanz Akademie in den Niederlanden begann. Fasziniert vom japanischen Butoh-Tanz, zog sie sich bald nach Nordwales auf die Insel Anglesey zurück, um ihre Arbeitsweise weiterzuentwickeln. Katharina Vogel hat neben diversen Performances und Kollaborationen neunzehn Bühnentanz- Projekte produziert, die auf Tourneen in Europa, Südafrika, Nord- u. Südamerika unterwegs waren. Heute erkundet sie mit der mehrteiligen Videoarbeit „Dance From Landscapes“ neue Räume zwischen Kunst und Leben, Tanz und Land Art. Ihre Arbeit wird unterstützt und gefördert durch Pro Helvetia, Kanton Bern, Stadt Bern, Stadt Biel, Johnson Stiftung, Göhner Stiftung, Migros Kulturprozent, Schweizerische Autorengesellschaft, Schweizer Tanzarchiv. Sie ist Mutter einer Tochter und lebt und arbeitet seit 1994 in Biel.
Ivan Wolfe (*1955) Nach einem Psychologiestudium in USA, bildet er sich in Ballett, modernem Tanz und Jazztanz in Boston und New York zum Tänzer weiter. Mitglied der Danny Buraszeski Jazz Dance, Joyce Tristler, Elisa Monte und Davis Parsons Dance Company (New York, 1983-1997). Erste choreographische Arbeiten in Zürich und Mitglied der Cie DRIFT (Jaccard/Schelling/Bertinelli). Es folgten Weiterbildungen und Vertiefung in Contact Improvisation, Feldenkrais (zertifiziert) und Authentic Movement. 30- jährige Lehrtätigkeit international und in Zürich in Movement Research, Contact Improvisation, Improvisation, und Feldenkrais. Er war 2013-2023 Dozent an der Höhere Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz, und 2005-2022, Mitglied der Improvisations Gruppe X-Group.